Nachhaltigkeitsberichterstattung ist längst eine Frage der Transparenz, Verantwortung und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Doch wenn Unternehmen international tätig sind, stellt sich eine wichtige Frage: Müssen Nachhaltigkeitsberichte übersetzt werden?
Die kurze Antwort lautet: nicht immer. In bestimmten Fällen kann eine Übersetzung gesetzlich vorgeschrieben sein. Doch auch ohne rechtliche Verpflichtung helfen mehrsprachige Berichte Unternehmen dabei, klar und verständlich mit internationalen Interessengruppen zu kommunizieren.
Was schreiben die EU-Vorschriften also vor? Und wann sollten Unternehmen auf eine professionelle Übersetzung ihrer Nachhaltigkeitsberichte setzen?
Was ist ein Nachhaltigkeitsbericht und warum ist er wichtig?
Ein Nachhaltigkeitsbericht zeigt, wie ein Unternehmen seiner Verantwortung in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) gerecht wird.
Dabei geht es um weit mehr als die Darstellung einzelner Umweltinitiativen. Je nach Berichtsrahmen kann ein Nachhaltigkeitsbericht Informationen zu folgenden Themen enthalten:
- Umweltauswirkungen: Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch, Ressourcenmanagement und klimabezogene Risiken;
- Soziale Verantwortung: Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Vielfalt und Wohlbefinden der Mitarbeitenden;
- Unternehmensführung: Geschäftsethik, Risikomanagement, Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Rechenschaftspflicht.
Für Unternehmen bietet die Nachhaltigkeitsberichterstattung die Möglichkeit, zu zeigen, wie sie ihre Verpflichtungen in konkrete und messbare Maßnahmen umsetzen.
Investoren, Kunden und andere Interessengruppen erhalten dadurch wichtige Informationen, um die Nachhaltigkeitsleistung und langfristige Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens zu beurteilen.
In der Europäischen Union wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung zudem durch einen sich stetig weiterentwickelnden Rechtsrahmen geregelt.
Was schreibt die CSRD im Jahr 2026 vor?
Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Europäische Union einen einheitlicheren Rahmen für die Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen geschaffen.
Unternehmen, die in den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen, müssen ihre Nachhaltigkeitsinformationen gemäß den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) offenlegen.
Seit der Einführung der Richtlinie hat sich der regulatorische Rahmen jedoch erheblich verändert.
Im Februar 2026 verabschiedete die EU im Rahmen des Omnibus-Vereinfachungspakets die Richtlinie (EU) 2026/470. Damit wurde der Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen deutlich eingeschränkt.
Nach den überarbeiteten Vorschriften gelten die allgemeinen Berichtspflichten für Unternehmen und Unternehmensgruppen, die folgende Kriterien erfüllen:
- Im Jahresdurchschnitt mehr als 1.000 Beschäftigte;
- Einen jährlichen Nettoumsatz von mehr als 450 Millionen Euro.
Die Änderungen betreffen auch den Zeitplan für die Berichterstattung und sehen weitere Vereinfachungen vor. Wie sie konkret angewendet werden, hängt vom jeweiligen Berichtszeitraum und der Umsetzung in nationales Recht ab.
Im Juli 2026 verabschiedete die Europäische Kommission außerdem überarbeitete ESRS, um die Berichterstattung zu vereinfachen und gleichzeitig eine aussagekräftige Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen sicherzustellen.
Für international tätige Unternehmen ist es angesichts dieser Entwicklungen besonders wichtig, sowohl die Berichtspflichten als auch die sprachlichen Anforderungen in den jeweiligen Ländern zu kennen.
Müssen Nachhaltigkeitsberichte übersetzt werden?
Es gibt keine allgemeine EU-Vorschrift, nach der jeder Nachhaltigkeitsbericht in sämtliche Sprachen der Länder übersetzt werden muss, in denen ein Unternehmen tätig ist.
Ob eine Übersetzung erforderlich ist, hängt vielmehr von den nationalen gesetzlichen Bestimmungen, den Veröffentlichungspflichten und den Börsenmärkten ab, an denen ein Unternehmen notiert ist.
Laut den Leitlinien der Europäischen Kommission müssen Nachhaltigkeitserklärungen, die Bestandteil des Lageberichts sind, in einer Sprache veröffentlicht werden, die nach den Rechtsvorschriften des jeweiligen Mitgliedstaats zulässig ist. Für börsennotierte Unternehmen können darüber hinaus zusätzliche Sprachanforderungen gemäß der EU-Transparenzrichtlinie gelten.
In der Praxis kann die Übersetzung von Nachhaltigkeitsberichten in verschiedenen Situationen erforderlich sein:
- Wenn nationale Vorschriften es verlangen: Unternehmen, die Nachhaltigkeitsinformationen in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten veröffentlichen, müssen die jeweils geltenden sprachlichen Anforderungen berücksichtigen. Ein auf Englisch verfasster Bericht erfüllt beispielsweise nicht automatisch die Veröffentlichungspflichten eines anderen Landes;
- Wenn ein Unternehmen auf mehreren Märkten tätig ist: Internationale Unternehmen kommunizieren mit Investoren, Aufsichtsbehörden, Mitarbeitenden und Geschäftspartnern, die unterschiedliche Sprachen sprechen. Übersetzte Nachhaltigkeitsberichte helfen diesen Zielgruppen, die ESG-Verpflichtungen, Leistungen und Risiken des Unternehmens besser zu verstehen;
- Wenn Transparenz und Zugänglichkeit im Vordergrund stehen: Auch wenn keine gesetzliche Übersetzungspflicht besteht, kann eine mehrsprachige Nachhaltigkeitsberichterstattung die Kommunikation mit internationalen Interessengruppen verbessern. Denn Nachhaltigkeitsinformationen sind nur dann wirklich hilfreich, wenn die Menschen, an die sie sich richten, sie auch verstehen können.
Warum ist die professionelle Übersetzung von ESG-Berichten wichtig?
Bei der Übersetzung eines Nachhaltigkeitsberichts geht es um weit mehr als die reine Übertragung eines Textes von einer Sprache in eine andere.
Diese Dokumente vereinen Fachterminologie, Finanzinformationen, regulatorische Begriffe und messbare ESG-Kennzahlen. Schon ein kleiner Übersetzungsfehler kann die Bedeutung einer Verpflichtung, eines Leistungsindikators oder einer Risikoangabe verändern.
Man denke nur an Begriffe wie doppelte Wesentlichkeit, Scope-3-Emissionen oder Klimatransitionsplan. Jeder dieser Begriffe hat im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung eine ganz bestimmte Bedeutung. Uneinheitliche Übersetzungen können hier schnell zu Missverständnissen führen.
Professionelle ESG-Übersetzungen helfen Unternehmen dabei, drei zentrale Herausforderungen zu meistern:
- Terminologische Genauigkeit: Sicherstellen, dass ESG-Konzepte, Berichtsbegriffe und Fachausdrücke ihre ursprüngliche Bedeutung behalten;
- Sprachübergreifende Konsistenz: Gewährleisten, dass Definitionen, Zahlen und Aussagen in allen Sprachversionen einheitlich wiedergegeben werden;
- Verständlichkeit für lokale Zielgruppen: Sprache und Darstellung an die jeweiligen Zielgruppen anpassen, ohne die zugrunde liegenden Informationen zu verändern.
Dies ist besonders wichtig, wenn Nachhaltigkeitsberichte regulatorischen Rahmenwerken wie der CSRD und den ESRS entsprechen müssen.
Wie können Unternehmen eine präzise Übersetzung ihrer Nachhaltigkeitsberichte sicherstellen?
Ein zuverlässiger Übersetzungsprozess beginnt lange vor der Veröffentlichung des fertigen Berichts.
Für Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsdokumentation in mehreren Sprachen bereitstellen, können einige praktische Maßnahmen einen großen Unterschied machen:
- Benötigte Sprachen frühzeitig festlegen. Prüfen Sie die geltenden Berichtspflichten und ermitteln Sie, welche Zielgruppen Zugang zu übersetzten Informationen benötigen;
- Eine einheitliche ESG-Terminologie definieren. Nutzen Sie freigegebene Glossare und Terminologiedatenbanken, um die Konsistenz zwischen verschiedenen Dokumenten und Berichtszeiträumen sicherzustellen;
- Mit spezialisierten Übersetzern zusammenarbeiten. Die Übersetzung von Nachhaltigkeitsberichten erfordert fundierte Kenntnisse der Umwelt-, Unternehmens- und Rechtsterminologie;
- Zahlen, Einheiten und Verweise überprüfen. Stellen Sie sicher, dass quantitative Angaben, Fachbegriffe und Querverweise korrekt wiedergegeben werden;
- Die mehrsprachige Veröffentlichung rechtzeitig planen. Berücksichtigen Sie ausreichend Zeit für Übersetzung, Revision, Formatierung und abschließende Qualitätskontrollen.
Ein strukturierter Ansatz kann auch zukünftige Berichtszyklen effizienter gestalten, insbesondere wenn Unternehmen jährlich aktualisierte Nachhaltigkeitsinformationen veröffentlichen.
Nachhaltigkeitsberichte professionell übersetzen lassen mit t’works
Nachhaltigkeitsberichterstattung schafft Vertrauen durch Transparenz. Und wenn Unternehmen international tätig sind, spielt Sprache eine wichtige Rolle, um diese Transparenz über Ländergrenzen hinweg sicherzustellen.
Bei t’works unterstützen wir Unternehmen mit professionellen Übersetzungen von Nachhaltigkeitsberichten und mehrsprachiger Unternehmenskommunikation.
Unsere erfahrenen Sprachexperten kennen die besonderen Anforderungen der ESG-Dokumentation und helfen Unternehmen dabei, komplexe Nachhaltigkeitsinformationen auf verschiedenen Märkten präzise und einheitlich zu vermitteln.
Unser Team in Wien verfügt über Erfahrung in der Übersetzung von Nachhaltigkeitsberichten und verwandten Unternehmensdokumenten für Kunden aus Branchen wie Versicherungen, Energie, Immobilien und Automobilindustrie.
Ganz gleich, ob Ihr Unternehmen nationale Sprachanforderungen erfüllen oder seine Nachhaltigkeitsverpflichtungen für internationale Interessengruppen verständlich machen möchte: Wir unterstützen Sie dabei.
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