Inklusive Sprache wird oft als Frage der richtigen Wortwahl verstanden. In einem mehrsprachigen Arbeitsumfeld geht es jedoch um mehr.
Es geht auch darum, sicherzustellen, dass Menschen wichtige Informationen verstehen, an Gesprächen teilnehmen, sich in der internen Kommunikation wiederfinden und sich in allen Sprachen, die eine Organisation nutzt, respektiert fühlen.
Für Unternehmen mit internationalen Teams ist das nicht nur ein Thema für Diversity und Inklusion. Es betrifft HR, Onboarding, Schulungen, interne Richtlinien, Mitarbeiterbindung, Sicherheitskommunikation und die tägliche Zusammenarbeit.
Deshalb muss inklusive Sprache am Arbeitsplatz klar, kulturell bewusst und sorgfältig an verschiedene Sprachen angepasst sein.
Was bedeutet inklusive Sprache in einem mehrsprachigen Arbeitsumfeld?
Einfach gesagt bedeutet inklusive Sprache, Worte zu wählen, durch die sich Menschen respektiert, anerkannt und einbezogen fühlen.
Am Arbeitsplatz heisst das auch, Sprache zu vermeiden, die Menschen aufgrund von Geschlecht, Behinderung, Alter, ethnischer Herkunft, Nationalität, Kultur, Religion, sexueller Orientierung oder anderen Identitätsmerkmalen ausschliesst, stereotypisiert oder ausgrenzt.
In einer mehrsprachigen Organisation stellt die inklusive Sprache außerdem eine weiterführende Frage: Funktioniert diese Botschaft in allen Sprachen und kulturellen Kontexten, in denen sie verwendet wird?
Eine Formulierung, die im Englischen neutral klingt, kann in einer anderen Sprache ungewohnt, veraltet oder ausschließend wirken. Eine Richtlinie, die für die Unternehmenszentrale klar formuliert ist, kann verwirrend werden, wenn sie zu wörtlich übersetzt wird. Ein geschlechtsneutraler Ausdruck kann in einer Sprache leicht umzusetzen sein und in einer anderen deutlich komplexer werden.
Hier treffen inklusive Kommunikation und mehrsprachige Kommunikation aufeinander.
Warum mehrsprachige Teams klare sprachliche Entscheidungen brauchen
Mehrsprachige Teams bringen wertvolle Perspektiven in eine Organisation. Sie können Unternehmen dabei helfen, lokale Märkte besser zu verstehen, Kundinnen und Kunden gezielter anzusprechen und sicherer über Ländergrenzen hinweg zu arbeiten.
Gleichzeitig brauchen mehrsprachige Arbeitsumfelder Struktur. Ohne klare sprachliche Entscheidungen können Mitarbeitende wichtige Informationen verpassen, sich von Gesprächen ausgeschlossen fühlen oder Schwierigkeiten haben, sich vollständig einzubringen.
Eine Organisation muss zum Beispiel festlegen:
- Welche Sprache für unternehmensweite Kommunikation genutzt wird
- Welche Sprachen lokale Teams oder regionale Standorte verwenden
- Welche HR-Dokumente übersetzt werden sollten
- Wann Meetings Dolmetschen oder mehrsprachige Unterstützung benötigen
- Wie Mitarbeitende Rückfragen stellen oder sprachliche Unterstützung anfordern können
- Wie interne Terminologie länderübergreifend einheitlich verwendet wird.
Eine vereinbarte Arbeitssprache kann Meetings, Dokumentation und interne Prozesse klarer machen. Eine Hauptarbeit Sprache zu wählen, sollte jedoch nicht bedeuten, die anderen Sprachen zu ignorieren, auf die Mitarbeitende angewiesen sind.
Das Ziel ist nicht, dass alle auf exakt dieselbe Weise kommunizieren. Es geht darum, allen fairen Zugang zu den Informationen zu geben, die sie benötigen, um ihre Arbeit gut zu machen.
Übersetzung, Lokalisierung und menschliche Expertise bleiben wichtig
Technologie kann internationalen Teams helfen, schneller zu kommunizieren. Interne Plattformen, Videokonferenztools, KI-Funktionen und mehrsprachige Software können die Kommunikation am Arbeitsplatz erleichtern.
Doch sensible Inhalte brauchen mehr als Geschwindigkeit.
Arbeitsverträge, Verhaltenskodizes, Onboarding-Materialien, Sicherheitsanweisungen, DEI-Richtlinien, Beschwerdeverfahren und Schulungsinhalte erfordern Genauigkeit, sprachliches Feingefühl und Kontextverständnis. In solchen Fällen ist maschinelle Übersetzung nicht immer zuverlässig genug, vor allem wenn Tonalität, Terminologie oder rechtliche Bedeutung eine Rolle spielen.
Maschinelle Übersetzung kann bei weniger risikoreichen Inhalten nützlich sein oder Teil eines kontrollierten Workflows werden. Sie sollte jedoch sorgfältig geprüft werden, wenn eine Botschaft die Rechte, Pflichten, Sicherheit, das Wohlbefinden oder das Zugehörigkeitsgefühl von Menschen betrifft.
Ein Sprachdienstleister kann Organisationen dabei unterstützen, zu entscheiden, welche Inhalte eine professionelle Übersetzung benötigen, welche Inhalte sich für KI-gestützte Workflows eignen und wo menschliche Prüfung erforderlich ist.
Für die Kommunikation am Arbeitsplatz kann das zum Beispiel Folgendes umfassen:
- Übersetzungsdienstleistungen für HR-Richtlinien, Verträge, Schulungsmaterialien und interne Dokumente
- Lokalisierung Dienstleistungen, um Botschaften an lokale Märkte, Kulturen und Erwartungen anzupassen
- Dolmetschleistungen für Meetings, Schulungen, Onboarding oder Gespräche mit Mitarbeitenden
- Post-Editing maschineller Übersetzungen für Inhalte, bei denen Technologie Skalierbarkeit ermöglichen kann, ohne die menschliche Qualitätskontrolle zu ersetzen.
Der richtige Ansatz hängt vom Inhalt, von der Zielgruppe, vom Risikoniveau und vom Zweck der Kommunikation ab.
Inklusive Sprache funktioniert nicht in jeder Sprache gleich
Einer der grössten Fehler in der mehrsprachigen Kommunikation besteht darin anzunehmen, dass inklusive Sprache einfach Wort für Wort übersetzt werden kann.
Das ist oft nicht der Fall.
Das Englische ist in einigen Bereichen flexibler geworden, zum Beispiel durch die Verwendung des singularen „they“. Geschlechtsneutrale Pronomen funktionieren jedoch je nach Sprache sehr unterschiedlich. In manchen Sprachen ist grammatisches Geschlecht fest in Substantiven, Adjektiven, Artikeln oder Verben verankert. Andere Sprachen entwickeln inklusive Formen, die in bestimmten Communitys verstanden werden, aber in formellen oder unternehmerischen Kontexten noch nicht allgemein akzeptiert sind.
Deshalb müssen Entscheidungen rund um inklusive Sprache sorgfältig getroffen werden. Eine direkte Übersetzung kann fachlich korrekt sein, aber sozial unpassend wirken. Ein progressiver Ausdruck in einem Markt ist in einem anderen möglicherweise nicht allgemein verständlich. Eine neutrale Formulierung in einer Sprache kann in einer anderen unbeabsichtigt Vorurteile verstärken.
Genau deshalb sind muttersprachliche Linguistinnen und Linguisten, kulturelle Fachleute und lokale Reviewer so wichtig. Sie helfen Organisationen, Formulierungen zu finden, die korrekt, inklusiv und für die jeweilige Zielgruppe angemessen sind.
Wie Unternehmen Sprache am Arbeitsplatz inklusiver gestalten können
Inklusive Sprache ist keine einmalige Überarbeitung. Sie ist eine kontinuierliche Praxis, die in die Art und Weise eingebunden werden sollte, wie Organisationen Inhalte erstellen, übersetzen und prüfen.
Ein praktischer Ansatz kann Folgendes beinhalten:
- Interne Kommunikation auf veraltete, voreingenommene oder unklare Begriffe prüfen
- Einen mehrsprachigen Styleguide für die Sprache am Arbeitsplatz erstellen
- Bevorzugte Terminologie für DEI, HR und Mitarbeiterkommunikation festlegen
- Prüfen, ob zentrale Mitarbeiter Materialien in den richtigen Sprachen verfügbar sind;Klare Sprache verwenden, damit Botschaften leichter verständlich und besser übersetzbar sind
- Lokale Teams oder muttersprachliche Fachleute bei sensiblen Inhalten einbeziehen
- KI- oder maschinell übersetzte Inhalte prüfen, bevor sie breit geteilt werden
- Dolmetscher bereitstellen, wenn Mitarbeitende diese Unterstützung benötigen, um vollständig teilnehmen zu können.
Für globale Arbeitgeber müssen die Richtlinien innerhalb einer internationalen Organisation an die lokale Sprache, Kultur und Erwartungen angepasst werden. Eine Richtlinie, die in einem Land funktioniert, muss möglicherweise sorgfältig angepasst werden, bevor sie in einem anderen wirksam ist.
Das Ziel ist Konsistenz ohne Starrheit. Mitarbeitende sollten dieselben Werte in der gesamten Organisation wiedererkennen, aber die Sprache, mit der diese Werte ausgedrückt werden, muss in jedem Markt sinnvoll und passend sein.
Inklusive Kommunikation stärkt die globale Zusammenarbeit
Bei inklusiver Sprache in einem mehrsprachigen Arbeitsumfeld geht es nicht um Perfektion. Es geht darum, aufmerksam zu sein.
Es bedeutet, zu fragen, ob Menschen die Botschaft verstehen, ob die Wortwahl die Zielgruppe respektiert und ob dieselbe Sorgfalt in allen Sprachen angewendet wurde.
Für internationale Organisationen kann dies die interne Kommunikation klarer, konsistenter und menschlicher machen. Es kann auch Missverständnisse reduzieren, das Vertrauen der Mitarbeitenden stärken und globalen Teams helfen, sich stärker verbunden zu fühlen.
t’works unterstützt Organisationen bei mehrsprachiger Kommunikation, die sprachliche Expertise, kulturelles Verständnis und verlässliche Prozesse verbindet. Von HR-Übersetzung und Lokalisierung bis hin zu Dolmetschen und KI-gestützten Workflows helfen wir Unternehmen, klar und respektvoll über Sprachgrenzen hinweg zu kommunizieren.
Wenn Ihre Organisation ihre mehrsprachige Kommunikation am Arbeitsplatz überprüft, kann t’works Ihnen helfen, den passenden sprachlichen Ansatz für jede Zielgruppe, jeden Markt und jede Art von Inhalt zu wählen.
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